Die Bierlinar sind drei Jungs aus Berlin, die im Stadtbezirk Hohenschönhausen eine Jugend durchlebten, die kein Klischee ausgelassen hat, das man gemeinhin eine typische Ostberliner-Stadtrand-Biografie nennen würde. Gewalt, Hass, Desorientierung, Alkohol, Drogen und Exzess bestimmten das Leben der drei Jungs Mitte der 90’er Jahre. Sie waren ein fester Bestandteil der wild gewordenen, marodierend umherziehenden Banden gewesen, die jener Zeit die Straßen unsicher machten und keine Gelegenheit zur Provokation ausließen. Entweder trank man Bier, oder man suchte sich irgendwo Streit. Oftmals wurden diese komplexen Tagesstrukturen auch zusammengelegt. So einfach war das.

Aus diesem fiesen Gebräu wurde der Entschluss zur Bandgründung gegossen.

Doch wie sich alles Kosmische in Bewegung befindet, so bewegte sich auch die Band und veränderte sich dadurch. Alte Freunde, Gewissheiten und Überzeugungen entfernten sich, bis sie schließlich am Horizont verschwanden. Der Blick über die Ost-Berliner Hochhausdächer hinweg eröffnete der Band einen Ozean an neuen Erkenntnissen, Möglichkeiten, Sichtweisen und Eindrücken. Alles war (ist) im Fluss und wurde permanent hinterfragt. Was blieb waren die Bierlinar.

Aus den hasserfüllten, betrunkenen und zugeknallten dummen Jungs wurde eine Band, die in ihren Songs die Erlebnisse ihrer Jugend, die täglich erlebte Gewalt, die Abgründe hinter den Fassaden der heilen Familien und die unglaublichen Mengen Alkohol, den sie sich exzessiv in die Köpfe knallten, verarbeitet. Aber auch das, was das Leben zu bieten hat, euphorischen Höhenflüge und der abgrundtiefe Fall nach unten, der schmerzhafte Prozess des Lebenlernens und die Narben, die sich tief in die Seele eingraben, wird in den Songs thematisiert und dient der Band als Selbsttherapie. Das täglich Erlebte wird permanent reflektiert. Dabei sind die Texte in eine Form gegossen, die Euch, trotz der eindeutigen Thematik, genügend Raum für Eigeninterpretation lassen, um sich selbst wiederfinden zu können.